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Ganzkörpervibrationstraining für Kraft und Leistung: Was zeigt die Evidenz wirklich?

Updated: 4. August 2026
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Vibrationsplatten stehen in vielen Fitnessstudios und Reha-Praxen, doch die Frage bleibt: Steigert Ganzkörpervibrationstraining (Whole-Body Vibration, WBV) tatsächlich Kraft und Leistung bei trainierten Athleten? Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse, im Dezember 2024 im Journal of Human Kinetics von Peng und Kollegen veröffentlicht, wertete 18 randomisiert-kontrollierte Studien aus, um genau das zu klären.

Der physiologische Mechanismus

WBV-Geräte erzeugen mechanische Schwingungen, die über die Fußsohlen auf den ganzen Körper übertragen werden. Der zentrale Wirkmechanismus ist der sogenannte tonische Vibrationsreflex (TVR): Die Muskeldehnung durch die Vibration aktiviert die Muskelspindeln und löst eine Reaktion aus, die dem klassischen Dehnungsreflex ähnelt. Dies erhöht kurzfristig die elektromyografische Aktivität und die Kraftentwicklung der beanspruchten Muskulatur. Zusätzlich werden hormonelle Faktoren und Veränderungen der propriozeptiven Signalübertragung als mögliche unterstützende Mechanismen diskutiert.

Was die Daten zur Kraft zeigen

Die Ergebnisse fielen differenziert aus, abhängig davon, welche Art von Kraft gemessen wurde:

Kurz gesagt: WBV kann die dynamische, konzentrische Kraft messbar steigern, liefert jedoch keinen belastbaren Nachweis für Verbesserungen bei Maximalkraft in statischer Haltung, Sprungkraft oder aerober Kapazität.

Praktische Protokoll-Parameter aus den Studien

Die eingeschlossenen Untersuchungen unterschieden sich stark in ihrer Durchführung, doch folgende Bandbreiten kristallisierten sich heraus:

Grenzen und Vorsicht bei der Interpretation

Die Autoren bewerten die Qualität der Evidenz nach GRADE-Kriterien für alle sieben untersuchten Ergebnisgrößen als „niedrig" oder „sehr niedrig". Mehr als die Hälfte der 18 eingeschlossenen Studien (10 von 18) wiesen ein erhöhtes Verzerrungsrisiko oder methodische Unsicherheiten auf. Zudem trugen große Unterschiede in den WBV-Einstellungen — Amplitude, Frequenz, Gerätetyp, Dauer und Wiederholungszahl — zur Heterogenität der Ergebnisse bei, ebenso wie Unterschiede in Körperzusammensetzung und Aktivitätsniveau zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmenden. Zur langfristigen Nachhaltigkeit der Kraftzuwächse liegen bislang kaum Daten vor. Die Übersichtsarbeit kommt daher zu einem vorsichtigen Fazit: Die aktuelle Evidenzlage reicht nicht aus, um klare, allgemeingültige Trainingsempfehlungen für WBV bei Athleten auszusprechen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel fasst wissenschaftliche Literatur allgemein zusammen und ersetzt keine individuelle Trainings-, Physiotherapie- oder medizinische Beratung. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkproblemen, Osteoporose, Schwangerschaft oder implantierten medizinischen Geräten sollten vor dem Einsatz von Vibrationsplatten Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Trainingsfachkraft halten.

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Quelle: Journal of Human Kinetics — Peng et al. 2024