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Blood-Flow-Restriction-Training bei Mannschaftssportlern: Mehr Kraft, aber (noch) kein Sprung nach vorn

Updated: 4. August 2026
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Blood-Flow-Restriction-Training (BFR), also Krafttraining mit teilweiser Drosselung des venösen Rückflusses durch eine Manschette am Oberarm oder Oberschenkel, gilt seit Jahren als vielversprechende Methode, um mit vergleichsweise geringen Lasten deutliche Trainingsreize zu erzeugen. Eine im Juli 2026 in Frontiers in Physiology veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse hat nun erstmals gezielt untersucht, wie sich BFR in Kombination mit klassischem Krafttraining (BFRT) bei Mannschaftssportlerinnen und -sportlern auswirkt — und liefert ein differenziertes Bild.

Was wurde untersucht?

Die Autoren werteten 12 Studien mit insgesamt 859 Athletinnen und Athleten aus Mannschaftssportarten aus. Verglichen wurde jeweils BFR-Training in Kombination mit Krafttraining gegenüber klassischem Krafttraining ohne Blutflussrestriktion. Im Fokus standen vier zentrale Leistungsparameter: Muskelhypertrophie, Maximalkraft, Sprungleistung und Sprintleistung.

Die Ergebnisse: Kraft und Muskelmasse profitieren, Sprint und Sprung nicht

Das Muster ist bemerkenswert: BFRT verbessert offenbar zuverlässig grundlegende Kraft- und Strukturparameter der Muskulatur, doch dieser Zugewinn transferiert sich — zumindest im untersuchten Zeitraum der eingeschlossenen Studien — nicht automatisch in explosive, sportartspezifische Leistungen wie Sprint oder Sprung. Für Trainer bedeutet das: BFR sollte eher als ergänzendes Werkzeug im Kraftaufbau verstanden werden, nicht als direkter Ersatz für plyometrisches oder sprintspezifisches Training.

Warum die Protokolle so unterschiedlich ausfielen

Ein auffälliger Punkt der Analyse: Die in den 12 Studien verwendeten Manschettenprotokolle variierten stark, was Vergleiche zwischen Studien erschwert:

Der aktuelle Konsens in der Forschung empfiehlt, den Manschettendruck individuell relativ zum AOP statt als feste absolute Größe zu bestimmen: für die untere Extremität üblicherweise 50–80 % AOP, für die obere Extremität 30–50 % des systolischen Blutdrucks. Zusätzlich gilt: Je geringer die verwendete externe Trainingslast, desto höher sollte der relative Manschettendruck gewählt werden, um einen ausreichenden Trainingsreiz zu erzeugen — bei einer Last unter 15 % des Einer-Wiederholungsmaximums (1RM) werden etwa 60–80 % AOP empfohlen, während bei 20–40 % 1RM ein Bereich von 40–60 % AOP als ausreichend gilt.

Einordnung für die Praxis

Die Ergebnisse legen nahe, dass BFRT ein sinnvolles Werkzeug sein kann, um bei Mannschaftssportlern Kraft und Muskelmasse aufzubauen — etwa in Trainingsphasen mit reduzierter Gelenkbelastung, während der Reha-Phase nach Verletzungen oder wenn hohe externe Lasten aus anderen Gründen vermieden werden sollen. Für die Übertragung auf explosive, wettkampfrelevante Fähigkeiten wie Antritt, Sprint und Sprungkraft ersetzt BFRT jedoch kein sportartspezifisches Training. Wichtig ist zudem: BFR-Training erfordert geeignete, validierte Ausrüstung (idealerweise mit individueller AOP-Messung) und sollte nicht ohne fachliche Anleitung durchgeführt werden, da eine falsche Anwendung des Manschettendrucks Risiken für Gefäße, Nerven und Gewebe bergen kann.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel fasst wissenschaftliche Literatur allgemein zusammen und stellt keine individuelle Trainings- oder medizinische Empfehlung dar. Vor der Anwendung von Blood-Flow-Restriction-Training sollte unbedingt Rücksprache mit einem qualifizierten Trainer, einer Physiotherapeutin oder einem Sportmediziner gehalten werden — insbesondere im Hinblick auf geeignete Ausrüstung, korrekte Druckeinstellung und fachliche Aufsicht während der Anwendung.

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Quelle: Frontiers in Physiology