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Griffkraft: Der Einfache Handtest, der die Lebenserwartung Vorhersagt

Updated: 4. August 2026
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Ein einfacher Griff in ein Handdynamometer könnte mehr über Ihre langfristige Gesundheit verraten, als man erwarten würde. In den letzten zehn Jahren hat sich die Griffkraft (Grip Strength) zu einem der meistuntersuchten „schnellen" Biomarker des biologischen Alterns entwickelt, und die Belege für ihren Zusammenhang mit der Gesamtmortalität sind bemerkenswert konsistent.

Warum Griffkraft als Biomarker wichtig ist

Griffkraft misst nicht nur, wie stark man zudrücken kann. Sie ist ein indirekter Indikator für die gesamte Muskelmasse des Körpers, die neuromuskuläre Funktion und die allgemeine physiologische Belastbarkeit. Da die Griffkraft mit der allgemeinen Muskelkraft und der funktionellen Leistungsfähigkeit korreliert, nutzen Forscher sie als kostengünstiges, schnelles und nicht-invasives Screening-Instrument, um die gesundheitliche Entwicklung einer Person einzuschätzen — insbesondere in der Alterns- und kardiometabolischen Forschung.

Belege aus der PURE-Studie

Die einflussreichsten Daten stammen aus der Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) Studie, die 2015 von Leong et al. in The Lancet veröffentlicht wurde. Die Studie begleitete rund 142.861 Erwachsene im Alter von 35 bis 70 Jahren in 17 Ländern über durchschnittlich etwa vier Jahre und erfasste dabei Griffkraft sowie kardiovaskuläre und Mortalitätsdaten. Die wichtigsten Ergebnisse:

Diese Zusammenhänge blieben auch nach Anpassung an Alter, Bildung, Beschäftigung, körperliches Aktivitätsniveau, Rauchen und Alkoholkonsum statistisch signifikant — was darauf hindeutet, dass Griffkraft etwas erfasst, das über diese traditionellen Risikofaktoren hinausgeht.

Neuere Forschung untermauert dieses Bild. Ein internationales Delphi-Gremium identifizierte 2025 die Griffkraft als einen von 14 empfohlenen Alterns-Biomarkern für die Verwendung als Endpunkt in Interventionsstudien, neben Messgrößen für Muskelmasse, Gleichgewicht und kognitive Gesundheit. Eine separate Studie aus dem Jahr 2025 in BMC Geriatrics brachte geringere Griffkraft ebenfalls mit einer schnelleren epigenetischen Alterung (DNA-Methylierung) in Verbindung.

Wie man die Griffkraft verbessert

Die gute Nachricht: Griffkraft lässt sich gut trainieren — und der wirksamste Ansatz zielt auf den ganzen Körper, nicht nur auf die Hände:

Konsequenz ist wichtiger als Intensität: Zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche mit Zieh- und Tragebewegungen reichen in der Regel aus, um innerhalb weniger Monate messbare Verbesserungen zu erzielen.

Bildungshinweis: Dieser Artikel fasst Beobachtungsforschung zusammen und stellt keine medizinische Beratung dar. Die PURE-Studie zeigt einen Zusammenhang (Assoziation) zwischen Griffkraft und Sterberisiko, jedoch keinen direkten Kausalitätsnachweis. Bitte konsultieren Sie eine qualifizierte medizinische Fachkraft, bevor Sie ein neues Trainingsprogramm beginnen, insbesondere bei bestehenden gesundheitlichen Problemen.

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Quelle: The Lancet — PURE Study: Prognostic Value of Grip Strength (Leong et al., 2015)