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RED-S: Das relative Energiedefizit im Sport bei weiblichen und männlichen Athleten erkennen

Updated: 29. Juli 2026
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Das relative Energiedefizit im Sport, kurz RED-S (Relative Energy Deficiency in Sport), beschreibt eine Reihe von Gesundheits- und Leistungsproblemen, die entstehen können, wenn die Energiezufuhr eines Athleten nicht dem Energiebedarf des Trainings entspricht. 2023 veröffentlichte das Internationale Olympische Komitee (IOC) im British Journal of Sports Medicine ein aktualisiertes Konsens-Statement zu RED-S, geleitet von Dr. Margo Mountjoy und einem internationalen Expertengremium der Sportmedizin. Die Aktualisierung berücksichtigt mehr als 170 neue Studien seit dem vorherigen Konsens von 2018.

Was verursacht RED-S?

Im Zentrum von RED-S steht die niedrige Energieverfügbarkeit (low energy availability, LEA) — ein Missverhältnis zwischen der aufgenommenen Energie und der Energie, die nach Abzug des Trainingsverbrauchs für normale Körperfunktionen übrig bleibt. Hält dieses Defizit an, beginnt der Körper, Energie einzusparen, indem er Prozesse wie Knochenaufbau, die Produktion von Fortpflanzungshormonen und die Immunfunktion herunterfährt. Das Konsens-Statement von 2023 hebt zudem hervor, dass insbesondere eine geringe Kohlenhydratverfügbarkeit unabhängig zum Syndrom beitragen kann.

Wer ist gefährdet?

RED-S wurde zunächst vor allem bei weiblichen Athletinnen in Ausdauer- und ästhetischen Sportarten beschrieben, doch der aktualisierte Konsens stellt klar: Auch männliche Athleten sind betroffen, teils mit weniger offensichtlichen Symptomen, da ihnen ein sichtbares Warnsignal wie der Menstruationszyklus fehlt. Athletinnen und Athleten in Gewichtsklassensportarten, Ausdauersportarten sowie Disziplinen, die Schlankheit oder eine bestimmte Körperform betonen, scheinen ein höheres Risiko zu tragen — auf allen Leistungsebenen, von Nachwuchs- bis Spitzenathleten.

Warnzeichen, auf die man achten sollte

Folgen für Gesundheit und Leistung

Unbehandelt kann RED-S die Knochendichte beeinträchtigen (höheres Frakturrisiko), das Hormongleichgewicht, die Herz-Kreislauf-Gesundheit, das Immunsystem und die psychische Gesundheit betreffen. Leistungsseitig verbindet das Konsens-Statement RED-S mit einer verringerten Trainingsanpassung, eingeschränktem Urteilsvermögen, geringerer Ausdauer und Kraft sowie einem höheren Verletzungsrisiko — das Gegenteil dessen, wofür Athleten trainieren.

Empfehlungen des Konsens-Statements

Das Dokument von 2023 stellt ein aktualisiertes Screening- und Beurteilungs-Tool vor, das REDs Clinical Assessment Tool Version 2 (CAT2), das qualifizierten Klinikern zur Beurteilung von Risiko und Schweregrad dient. Es fordert einen multidisziplinären Ansatz mit Ärzten, Sporternährungsberatern und Experten für psychische Gesundheit sowie Präventionsmaßnahmen durch Trainer und Sportorganisationen.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Wenn Sie oder ein Ihnen bekannter Athlet mögliche Anzeichen von RED-S zeigen, wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder eine qualifizierte Sporternährungsfachkraft für eine angemessene Abklärung — verzichten Sie auf Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung.

Quelle: British Journal of Sports Medicine (BJSM) — 2023 IOC Consensus Statement (Mountjoy et al.)