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Übertrainingssyndrom erkennen: HRV, Ruhepuls und Stimmung als Warnsignale

Updated: 30. Juli 2026
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An seine Grenzen zu gehen gehört zum Sport dazu — problematisch wird es, wenn sich die Erschöpfung trotz Erholung einfach nicht mehr löst. Dann kann ein Übertrainingssyndrom (Overtraining Syndrome, OTS) vorliegen. Ein im Juli 2025 in BMJ Case Reports veröffentlichter Fallbericht über drei Ausdauersportler sowie eine im Mai 2025 in Physiological Reports erschienene systematische Übersichtsarbeit zur Herzfrequenzvariabilität (HRV) zeigen, welche physiologischen und psychologischen Warnsignale besonders relevant sind — und wie man rechtzeitig gegensteuert.

Ein Kontinuum, kein Schalter

Der nach wie vor meistzitierte Referenzrahmen ist das gemeinsame ECSS/ACSM-Konsensuspapier von 2013. Es unterscheidet drei Stufen auf demselben Belastungskontinuum:

Erholungsmarker, auf die man achten sollte

Kein einzelner Messwert reicht aus, um ein Übertraining zu diagnostizieren. Die systematische Übersichtsarbeit in Physiological Reports (19 Studien, 42 identifizierte signifikante Zusammenhänge) sowie der Fallbericht im BMJ zeigen, dass eine Kombination von Signalen entscheidend ist:

Warum die Diagnose schwierig ist

Der BMJ-Fallbericht betont, dass OTS eine Ausschlussdiagnose ist: Blutwerte fallen trotz spürbarer Symptome häufig normal aus, was für Betroffene frustrierend sein kann. Das Syndrom beeinträchtigt gleichzeitig das endokrine, nervale, immunologische und gastrointestinale System, weshalb sich das klinische Bild von Athlet zu Athlet stark unterscheidet.

Wie lange dauert die Erholung?

In den im Fallbericht beschriebenen Fällen dauerte die vollständige Erholung zwischen 4 Monaten und über 2 Jahren, abhängig davon, wie spät die Diagnose gestellt wurde und wie ausgeprägt die Symptome waren. Eine verfrühte Rückkehr zum Training erhöht das Rückfallrisiko — deshalb sollten HRV, Ruhepuls und Stimmung auch während der gesamten Wiederaufbauphase weiterverfolgt werden, nicht nur zum Zeitpunkt der Trainingspause.

Präventionsstrategien

Diese Informationen fassen die wissenschaftliche Literatur zusammen und stellen keine individuelle medizinische Beratung dar. Bei anhaltender Erschöpfung, Stimmungsveränderungen oder unerklärlichem Leistungsabfall wenden Sie sich bitte an eine Sportmedizinerin, einen Sportmediziner oder eine andere qualifizierte medizinische Fachperson.

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Quelle: BMJ Case Reports